Wie funktioniert die WM-Qualifikation?
In Europa wird die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien voraussichtlich im September oder Oktober 2012 beginnen. In anderen Kontinentalverbänden starten die Qualifikationsrunden bereits im Jahr 2011 – so wird beispielsweise das Fußballturnier der „Pacific Games“ im Sommer 2011 als Vorqualifikation des ozeanischen Verbandes dienen.
Auch 2014 werden insgesamt 32 Nationalmannschaften in acht Gruppen antreten – der genaue Verteilungsschlüssel der Startplätze unter den einzelnen Kontinentalverbänden ist von der FIFA noch nicht endgültig definiert. Es ist jedoch im Vergleich zu 2010 – wenn überhaupt – mit minimalen Veränderungen zu rechnen. Das Gastgeberland Brasilien ist automatisch qualifiziert.
Grundsätzlich sind die Nationalmannschaften aller Mitgliedsverbände der FIFA berechtigt, an der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Mit Ausnahme des Gastgeberlandes, das automatisch startberechtigt ist, müssen sich alle Landesauswahlen über eine Vorrunde qualifizieren. Die Regelung, nach der auch der amtierende Weltmeister automatisch an der kommenden Endrunde teilnimmt, wurde nach der WM 2002 abgeschafft.
An der Qualifikation für die Fußball-WM in Südafrika nahmen 194 Nationalmannschaften teil, was einen neuen Teilnehmerrekord darstellt. Ursprünglich waren 200 Teams gemeldet worden, aber die Zentralafrikanische Republik, Eritrea, São Tomé und Príncipe, Papua-Neuguinea, Guam und Bhutan zogen ihre Teilnahme zurück. Premiere feierten hingegen die Nationalmannschaften der Komoren, Montenegros, Myanmars und Osttimors.
Die Gruppen für die Qualifikation in Nord- und Mittelamerika, Asien, Afrika und Europa wurden im November 2007 in Durban (Südafrika) ausgelost. Die Festlegung der Gruppenköpfe sowie die Zuteilung der Lostöpfe erfolgt in der Regel gemäß der FIFA-Weltrangliste – nur in Afrika richtet sie sich nach einer Setzliste.
Die Qualifikationsrunde wird innerhalb der sechs Kontinentalverbände ausgetragen, wobei nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel die Anzahl der Endrundenplätze pro Verband festgelegt ist. Der Modus der Qualifikation ist je nach Kontinent unterschiedlich – die beiden letzten Teilnehmer werden in interkontinentalen K.o.-Spielen ermittelt.
Nach folgendem Verteilungsschlüssel wurden die Startplätze für die WM 2010 vergeben:
- AFC (Asien): 4 oder 5 Teilnehmer
- CAF (Afrika): 5 Teilnehmer und Gastgeber Südafrika
- CONCACAF (Karibik, Nord- und Mittelamerika): 3 oder 4 Teilnehmer
- CONMEBOL (Südamerika): 4 oder 5 Teilnehmer
- OFC (Ozeanien): 0 oder 1 Teilnehmer
- UEFA (Europa): 13 Teilnehmer
Die letzten beiden Startplätze wurden in Entscheidungsspielen (mit Hin- und Rückspiel) vergeben. Dabei traf in der ersten Begegnung der Sieger der Ozeanien-Qualifikation auf den Gewinner der Play-offs zwischen den Drittplatzierten der AFC-Gruppen (Asien). In der anderen Partie wurde der letzte Endrunden-Teilnehmer zwischen dem Fünften der CONMEBOL- und dem viertplatzierten der CONCACAF-Qualifikation ermittelt.
Modi der WM-Qualifikation
AFC (Asien)
Die ersten beiden Runden der Qualifikation in Asien wurden im K.o.-System ausgespielt, ehe es in der dritten Runde in fünf Gruppen á vier Mannschaften weiterging. Der Sieger und der Zweitplatzierte jeder Gruppe qualifizierten sich für die nächste Runde, in der wiederum zwei Gruppen mit je fünf Teams gebildet wurden. Die Gruppenersten und -zweiten beider Gruppen qualifizierten sich direkt für die WM, die Drittplatzierten spielten den Platz für die Play-offs gegen den Sieger der Ozeanien-Qualifikation aus.
CAF (Afrika)
Die Endrunden-Teilnehmer Afrikas wurden in drei Runden ermittelt. Dabei spielten zunächst die in der afrikanischen Rangliste am schlechtesten platzierten Mannschaften im K.o.-System gegeneinander, ehe sich in der folgenden Runde aus zwölf Gruppen die zwanzig besten Teams für eine weitere Gruppenphase qualifizierten. Diese wurden auf fünf Vierergruppen verteilt, deren Sieger schließlich das Ticket für die WM 2010 lösten.
CONCACAF (Nord- und Mittelamerika, Karibik)
Die Qualifikation der CONCACAF wurde zwar in vier Runden ausgespielt, die in der FIFA-Rangliste am besten platzierten Nationalmannschaften stiegen jedoch erst in Runde zwei ein: Costa Rica, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jamaika, Kanada, Kuba, Mexiko, Panama, St. Vincent und die Grenadinen, Trinidad und Tobago sowie die USA. Dort trafen diese sowie die elf Teams, die sich in einer ersten K.o.-Runde durchgesetzt hatten, aufeinander und spielten im Play-off-Modus die zwölf Teilnehmer der dritten Runde aus. In dieser wurden die Nationalmannschaften dann in drei Gruppen á vier Teams aufgeteilt – der Sieger und der Zweite zogen in die vierte und letzte Runde ein, in der in einer Art Meisterschaft mit Hin- und Rückspiel die Endrunden-Teilnehmer ermittelt wurden. Die besten drei qualifizierten sich direkt für die WM und der Vierte musste in der Relegation gegen den CONMEBOL-Fünftplatzierten ran.
CONMEBOL (Südamerika)
Da der CONMEBOL nur zehn nationale Fußballverbände angehören, spielen diese alle in einer Gruppe, wobei eine Meisterschaftsrunde mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wird. Bei der Qualifikation für die WM 2010 waren besten vier Mannschaften direkt qualifiziert – der Fünfte musste in der Relegation gegen den CONCACAF-Vierten antreten.
OFC (Ozeanien)
Die Südpazifikspiele 2007 waren zugleich die erste Runde der WM-Qualifikation Ozeaniens. Dabei trafen zehn Nationalmannschaften zunächst in zwei Gruppen aufeinander, ehe sie in K.o.-Spielen den Turniersieger ermittelten. Der Gewinner sowie der Zweit- und Drittplatzierte spielten dann mit Neuseeland um den „OFC Nations Cup“ – der daraus ermittelte Titelträger musste anschließend gegen den Fünftplatzierten der Asien-Qualifikation den WM-Endrunden-Platz ausspielen.
UEFA (Europa)
Die Qualifikation in Europa wurde in neun Gruppen ausgetragen – acht davon bestanden aus sechs, eine nur aus fünf Nationalmannschaften. Während sich die Gruppenersten direkt für die Endrunde qualifizierten, kämpften die acht besten Zweiten in Play-off-Spielen (mit Hin- und Rückspiel) um die verbliebenen vier Startplätze.