Geschichte des Fußballs: England als Wiege des modernen Fussballs

Im Zuge der Industriellen Revolution wurde der Fußball innerhalb der Bevölkerung immer weiter zurück gedrängt – bis 1850 verschwand er weitgehend von der Bildfläche. Nur an den öffentlichen Schulen („Public Schools“) und Universitäten wurde Fußball noch in organisierter Form gespielt, wie zum Beispiel in Eton, Rugby und Harrow. Zudem kam es zu spontanen Spielen in Arbeitersiedlungen oder auf Pferdekoppeln.

Vor allem durch den Einfluss der „Public Schools“ und Universitäten begann sich das Spiel allmählichen zu wandeln. Der Fußball wurde zwischen 1830 und 1860 verregelt und zivilisiert, wobei eine formale Organisation sowie ein vielfältiges und schriftlich festgehaltenes Regelwerk entstanden.

Die erste Sammlung von Fußballregeln wurde 1848 von Studenten der „University of Cambridge“ verfasst – diese bestand aus elf Paragraphen und legte beispielsweise die Mannschaftsstärke auf 15 bis 20 Spieler fest. Anstelle der Brutalität trat nun ein „Scheinkampf“, bei dem technische und spielerische Fähigkeiten gegenüber Gewalt und Kraft an Bedeutung gewannen. Das erste Regelwerk, das ein absolutes Verbot des Handspiels einführte, veröffentlichte 1849 die „Public School“ in Eton.

Gegen Ende der 1850er Jahre gründeten sich die die ersten außerschulischen und -universitären Fußballvereine, die zumeist die Cambridge-Regeln übernahmen. Der erste Fußballklub der Welt, der 1857 konstituierte Sheffield FC, orientierte sich jedoch an den Regeln von Harrow.

Die Rivalität der Bildungseinrichtungen und die damit zusammenhängende fehlende Vereinheitlichung der Regeln verhinderten für lange Zeit den Wettkampf von Mannschaften verschiedener Schulden und Universitäten.

1863 gründeten schließlich die Vertreter von elf Londoner Klubs die Football Association (FA) – den ersten Fußballverband der Welt. England gilt vor allem deshalb heute als Mutterland des Fußballs, weil diese Organisation es schaffte, ein umfangreiches und vereinheitlichtes Regelwerk auszuarbeiten, das die Entwicklung des gesamten Fußballs förderte.

So wurden in den kommenden Jahren die Abseitsregel modifiziert (1866), Eckball und Freistoß eingeführt sowie den Feldspielern das Handspiel verboten – das hatte deshalb besondere Bedeutung, weil damit der Fußball eine klare Abgrenzung zum Rugby vornahm.

In der Saison 1871/72 wurde erstmals der FA-Cup ausgespielt, der als ältester englischer Wettbewerb bis heute ein hohes Ansehen genießt. Im Finale besiegte der Wanderers FC die Royal Engineers mit 1:0. Das erste offizielle Länderspiel fand am 30. November 1872 in der Nähe von Glasgow statt – die Partie zwischen Schottland und England endete 0:0.

Neben den Schotten hatten auch Irland und Wales kurz nach der Bildung des ersten Fußballverbands in England, ihre eigene nationale Fußballorganisation gegründet.

In den folgenden Jahren wurden die Regeln stetig konkretisiert und erweitert: Der englische Fußballverband legte eine einheitliche Ballgröße fest (1872), führte die Querlatte als obere Begrenzung des Tores sowie den der Platzverweis ein (1877) und definierte den Freistoß als Strafe für ein Vergehen (1880). Zudem verwendeten Schiedsrichter seit 1878 eine Trillerpfeife und erhielten seit 1883 Unterstützung von zwei Linienrichtern. Noch vor der Jahrhundertwende wurden Tornetz (1890), Strafstoß (1891) und Verlängerung (1897) in das Regelwerk aufgenommen.

 

Geschichte des Fußballs

Der Fußball gehört heute zu den beliebtesten Sportarten der Welt. Vor allem in Europa und Südamerika, aber auch in Asien und Afrika genießt begeistert er die Massen und ist aus dem Alltag kaum wegzudenken. Obwohl unterschiedliche Überlieferungen über die Anfänge des Fußballs existieren, dass der Ballsport schon vor Tausenden von Jahren als Freizeitbeschäftigung verstanden und betrieben wurde.
» » mehr

Geschichte des Fußballs: Frühe Anfänge

Ein von Wissenschaftlern ausgewertetes Militärhandbuch und Reliefs an Bauwerken beweisen, dass man erste fußballähnliche Spielformen spätestens im 3. Jahrhundert vor Christus in China im Rahmen der Ausbildung von Soldaten austrug. Dabei war es das Ziel, eine mit Federn gefüllte Lederkugel in ein Netz zu befördern.
» » mehr

Geschichte des Fußballs: Antike und Mittelalter

Wenn auch nicht so verbreitet, existierten ähnliche Formen der Körperertüchtigung auch bei den antiken Griechen und Römern. Oftmals als Teil der militärischen Ausbildung waren hier zum Beispiel Ballsportarten wie das griechische Episkyros.
» » mehr

Geschichte des Fußballs: England als Wiege des modernen Fussballs

Im Zuge der Industriellen Revolution wurde der Fußball innerhalb der Bevölkerung immer weiter zurück gedrängt – bis 1850 verschwand er weitgehend von der Bildfläche. Nur an den öffentlichen Schulen („Public Schools“) und Universitäten wurde Fußball noch in organisierter Form gespielt, wie zum Beispiel in Eton, Rugby und Harrow.
» » mehr

Geschichte des Fußballs: Der Fussball wird exportiert

Auf dem europäischen Festland waren die Niederlande und Dänemark die ersten Länder, die 1889 nationale Fußballverbände gründeten, doch bereits Jahre zuvor hatten sich in vielen Regionen Fußballklubs nach englischem Vorbild gebildet. Überhaupt hatten die Engländer großen Einfluss auf die Verbreitung des Fußballs, vor allem über den Seeweg gelangte das Spiel in zahlreiche Regionen Europas und der Welt.
» » mehr

Geschichte des Fußballs: Deutschland entdeckt den Fussball

Das Fußballspiel soll in Deutschland erstmals 1874 von Konrad Koch eingeführt worden sein. Auf den Lehrer aus Braunschweig geht auch das 1875 veröffentlichte Regelwerk: Regeln des Fußball-Vereins der mittleren Classen des Martino-Catharineums zurück – in diesem werden bereits heute verbreitete Bezeichnungen wie Halbzeit, Abseits oder Eckball verwendet.
» » mehr