CAF - Confédération Africaine de Football
Confédération Africaine de Football (CAF - Afrikanischer Fußballverband)
- Gründung: 8. Februar 1957 in Khartum (Sudan)
- Mitglieder: 55 Landesverbände
Entstehung der CAF
Die Gründung einer Dachorganisation für den afrikanischen Fußball gestaltete sich zunächst schwierig. Das Hauptproblem bestand darin, dass in den 1950er Jahren nur fünf afrikanische Staaten die volle Souveränität besaßen (Ägypten, Äthiopien, Liberia, Libyen, Südafrika) und deshalb auch kaum nationale Fußballverbände existierten, die die FIFA anerkannte. Trotz weiterer Querelen mit dem Weltfußballverband wurde am 8. Februar 1957 in Khartum (Sudan) schließlich der Afrikanische Fußballverband (CAF) gegründet – erster Präsident war Abdallah Salem. Durch die fortschreitende Dekolonisation Afrikas wuchs im Laufe der Zeit auch die Anzahl der Verbände an: Allein 1963 traten zwölf und zwischen 1964 und 1969 weitere 18 Länder dem CAF bei.
Die Fußball-Afrikameisterschaft der Männer („Africa Cup of Nations“) wird seit 1957 ausgetragen, seit 1965 existiert mit dem „African Cup of Champion Clubs“ auch ein internationaler Wettbewerb für Vereinsmannschaften.
Der CAF teilt sich in fünf Regionalverbände auf: WAFU-UFOA (Westen), UNIFFAC (Zentral), CECAFA (Zentral-Osten), COSAFA (Süden) und UNAF (Norden).
Wichtigste kontinentale CAF Wettbewerbe
Für Nationalmannschaften
Der wichtigste Wettbewerb für Nationalmannschaften ist der „Africa Cup of Nations“, der aller zwei Jahre stattfindet. Rekordtitelträger ist Ägypten (7) vor Kamerun und Ghana (je 4). Mit diesem wechselt sich der „Africa Championship of Nations“ ab, an dem ausschließlich Akteure für ihr Nationalteam antreten dürfen, die in den nationalen Meisterschaften ihrer Heimatländer spielen.
Daneben existieren die Afrikameisterschaften der Frauen, der Nachwuchsmannschaften (U20 und U17) sowie im Futsal und Beachsoccer.
Für Vereinsmannschaften
Die „CAF Champions League“ wird seit 1965 ausgetragen – bis 1996 jedoch unter dem Namen „African Cup of Champions Clubs“. Sie ist der bedeutendste Klubwettbewerb Afrikas. Rekordsieger sind die ägyptischen Vereine Al Ahly aus Kairo mit sechs und Az-Zamalik aus Gizeh mit fünf Titelgewinnen. 2009 holte sich Tout Puissant Mazembe aus dem Kongo den Pokal.
Aus der Zusammenlegung des „African Winners‘ Cup“ sowie des „CAF Cup“ entstand 2004 zudem der „CAF Confederations Cup“, an dem die Pokalsieger und Meisterschaftsdritten der Top-12-Nationen sowie die Vizemeister der restlichen Nationen teilnehmen.
Wichtigste Ligen der CAF
- Championnat de Tunisien (Tunesien): 1921 gegründet, 14 Klubs
- Egyptian Premier League (Ägypten): 1948 gegründet, 16 Klubs
- Groupement National de Football (Marokko): 1956 gegründet, 16 Klubs
- Premier Soccer League (Südafrika): 1996 gegründet, 16 Klubs
Erfolgreichste afrikanische Klubs der CAF Geschichte
- Al-Ahly Kairo (Ägypten): Gewinner der „CAF Champions League“ 2001, 2005, 2006 und 2008 sowie des „African Cup of Champions Clubs“ 1982 und 1987
- Az-Zamalik (Ägypten): Gewinner der „CAF Champions League“ 1996 und 2002 sowie des „African Cup of Champions Clubs“ 1984, 1986 und 1994
- Canon Yaoundé (Kamerun): Gewinner des „African Cup of Champions Clubs“ 1971, 1978 und 1980
- Haifa FC (Guinea): Gewinner des „African Cup of Champions Clubs“ 1972, 1975 und 1977
- Raja Casablanca (Marokko): Gewinner der „CAF Champions League“ 1997 und 1999 sowie des „African Cup of Champions Clubs“ 1989
- Tout Puissant Mazembe (DR Kongo): Gewinner der „CAF Champions League“ 2009 „African Cup of Champions Clubs“ 1967 und 1968
Top- Spieler Afrikas aus der CAF
Albert Roger Mook Miller „Milla“ (Kamerun)
Nachdem er bereits 1976 zu Afrikas Fußballer des Jahres gekürt und aus der Nationalelf Kameruns zurückgetreten war, avancierte der reaktivierte und vereinslose 38-Jährige bei der WM 1990 in Italien zu einem der Top-Stars. Bei seinen drei WM-Teilnahmen 1982, 1990 und 1994 erzielte er fünf Treffer – mit seinem Tor 1994 gegen Russland sicherte er sich als ältester WM-Torschütze einen Eintrag in die Geschichtsbücher. Bei der Wahl zu Afrikas Fußballer des Jahrhunderts wurde er hinter George Weah Zweiter.
Salif „Domingo“ Keita (Mali)
Bereits mit 15 Jahren machte der Stürmer aus Mali sein erstes Länderspiel. Nach seinem Wechsel nach Europa entwickelte er sich in den 70er Jahren zu einer Legende. Er wurde mit St. Etienne dreimal in Folge französischer Meister, spielte in Marseille, Valencia und bei Sporting Lissabon. 1977 erhielt er als zweitbester Torschütze Europas den silbernen Schuh.
Rabah „Mustapha“ Madjer (Algerien)
Er dürfte den deutschen Fußballfans in negativer Erinnerung geblieben sein: Bei der WM 1982 leitete er mit seinem Treffer zum 1:0 das große deutsche Debakel gegen die algerische Nationalmannschaft ein und 1987 besiegelte er im Europapokalfinale mit seinem Treffer zum 2:1 die Niederlage des FC Bayern gegen den FC Porto. Madjer erzielte in 87 Länderspielen 40 Tore und nahm an zwei Weltmeisterschaften teil.
Abedi Ayew Pelé (Ghana)
Der ghanaische Nationalspieler wurde zwischen 1991 und 1993 drei Mal zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt und belegte bei der Wahl zu Afrikas Fußballer des Jahrhunderts den dritten Platz. Der technisch starke Mittelfeldspieler erlebte seine erfolgreichste Zeit bei Olympique Marseille, wo er mehrfach französischer Meister wurde und 1993 den Landesmeisterpokal gewann. In 67 Länderspielen für Ghana traf er 33 Mal. In der Fußball-Bundesliga kennt man ihn aufgrund seines Gastspiels für den TSV 1860 München, für den er 50 Spiele bestritt.
George Weah (Liberia)
Der bullige Stürmer spielte in Europa zunächst in Frankreich, wo er sich beim AS Monaco und Paris Saint-Germain einen Namen machte. 1995 wechselte er zum AC Mailand und entwickelte sich zum absoluten Superstar. Nach 114 Spielen und 46 Toren in der italienischen Serie A zog es ihn nach England (FC Chelsea, Manchester City) und später zurück nach Frankreich (Olympique Marseille). Als erster Afrikaner überhaupt wurde Weah 1995 zum Weltfußballer gewählt – drei Jahre später kürte man ihn zu Afrikas Fußballer des Jahrhunderts.
Nwankwo Kanu (Nigeria)
Gleich zu Beginn seiner Karriere setzte er zwei Ausrufezeichen! Im zarten Alter von 18 Jahren gewann der Nigerianer mit Ajax Amsterdam die „UEFA Champions League“ und nur ein Jahr später wurde er mit der Nationalelf seines Landes Olympiasieger. Nach seinem Wechsel zu Inter Mailand holte er 1998 den UEFA-Cup – seit 1999 spielt er in England (Arsenal London, West Bromwich, Portsmouth). Er hat insgesamt an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen und wurde 1996 und 1999 Afrikas Fußballer des Jahres.
Didier Drogba (Elfenbeinküste)
Der Stürmer begann 1997 seine Karriere in Frankreich, wo er für Le Mans und Guingamp spielte. 2003 gelang ihm bei Olympique Marseille der große Durchbruch, so dass ihn nur ein Jahr später der FC Chelsea nach London holte. Dort wurde er 2005 und 2006 englischer Meister. Für die Nationalmannschaft erzielte er 2006 gegen Argentinien das erste WM-Tor in der Geschichte der Elfenbeinküste. Im gleichen Jahr wurde er zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt – diese Ehrung bekam er 2009 zum zweiten Mal.
Samuel Eto’o (Kamerun)
Der Ausnahmestürmer aus Kamerun gelangte über die Stationen Real Madrid, Espanyol Barcelona und RCD Mallorca 2004 zum FC Barcelona, wo er innerhalb kürzester Zeit zum Superstar avancierte. Er holte in fünf Jahren drei Mal die spanische Meisterschaft und gewann 2006 und 2009 die „UEFA Champions League“. Im Juni 2009 wechselte er zum italienischen Erstligisten Inter Mailand. Afrikas Fußballer des Jahres 2003, 2004 und 2005 debütierte bereits im Alter von 14 Jahren in der Nationalmannschaft Kameruns. Die Fußball-WM in Südafrika wird für den Top-Stürmer die dritte WM-Teilnahme nach 1998 und 2002 sein.
Sheyi Emmanuel Adebayor (Togo)
Der 1,93Meter große Stürmer schaffte 1999 beim französischen Erstligisten FC Metz den Durchbruch. Nach fast drei Jahren in Monaco wechselte er Anfang 2006 für zehn Millionen Euro zum FC Arsenal – dort erzielte er in 104 Ligaspielen 46 Tore. Seit 2009 spielt der Togolese bei Manchester City. Mit seinen elf Treffern in der Qualifikation zur Fußball-WM 2006 hatte er maßgeblichen Anteil an der ersten WM-Teilnahme Togos überhaupt.
Asamoah Gyan
Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika gelang dem in Accra geborenen Nationalspieler Ghanas der große Durchbruch – aufgrund seiner herausragenden Leistungen wurde er sogar für die Wahl zum wertvollsten Spieler der WM nominiert. Mit zwei Toren in der Vorrunde und dem Siegtreffer im Play-off-Spiel gegen die USA hatte er maßgeblichen Anteil am Viertelfinaleinzug seiner Mannschaft. Dort wurde er jedoch zum tragischen Helden, als er in der letzten Minute der Verlängerung einen Strafstoß an die Latte schoss. Gyan hatte bereits bei der 2006 in Deutschland Geschichte geschrieben – er sorgte gegen Tschechien für das erste WM-Tor seines Landes überhaupt. Der Stürmer steht seit 2003 in Europa unter Vertrag: Nach Gastspielen in Udine und Modena, wechselte er 2008 zum französischen Erstligisten Stade Rennes.
CAF WM-Teilnehmer seit 1982
- 1982: Algerien, Kamerun
- 1986: Algerien, Marokko
- 1990: Ägypten, Kamerun
- 1994: Kamerun, Marokko, Nigeria
- 1998: Kamerun, Marokko, Nigeria, Südafrika, Tunesien
- 2002: Kamerun, Senegal, Nigeria, Südafrika, Tunesien
- 2006: Angola, Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Tunesien
- 2010: Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria, Südafrika
Beste Platzierungen der CAF bei einer WM
- 1934 Ägypten (Achtelfinale)
- 1986 Marokko (Achtelfinale)
- 1990 Kamerun (Viertelfinale)
- 1994 Nigeria (Achtelfinale)
- 1998 Nigeria (Achtelfinale)
- 2002 Senegal (Viertelfinale)
- 2006 Ghana (Achtelfinale)
- 2010 Ghana (Viertelfinale)