Südafrika Wirtschaft
Obwohl die ländlichen Gebiete Südafrikas eher den ökonomischen Standard von Entwicklungsländern aufweisen, wird Südafrika bereits seit den siebziger Jahren als Industriestaat eingestuft und folglich nicht nur Dritten Welt gezählt. Neben dem starken Dienstleistungssektor (64% des BSP) wird die südafrikanische Wirtschaft vom Industriesektor (32% des BSP) und der Landwirtschaft getragen.
Wichtigste Industriezweige sind die Eisen- und Stahlproduktion, die Metallverarbeitung, die Nahrungsmittelproduktion (z.B. Wein, Getreide, Zuckerrohr) sowie die Rohstoffförderung. Da das Land sehr reich an Bodenschätzen – wie Gold, Diamanten, Kohle, Platin, Chrom, Eisenerz und Palladium – ist, hatte vor allem deren Förderung in den vergangenen Jahrzehnten großen Anteil an der Stärkung der Wirtschaft. Zu einer der Vorzeige-Industrien zählt auch die Automobilbranche, u.a, haben auch BMW, Volkswagen und Mercedes Standorte in Südafrika. Auch die Landwirtschaft stellt, obwohl nur vier Prozent des Bruttosozialprodukts aus diesem Sektor kommen, einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar – immerhin ist Südafrika weltweit drittgrößter Exporteur von Agrarprodukten.
Probleme für die Ökonomie des Landes entstehen durch die hohe Kriminalitätsrate, Korruption, fehlendes Wissen im Verwaltungsbereich, Aids und häufige Streiks sowie schlechte Energieversorgung im Bergbau, die dessen Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.
Trotz dieser Unwegsamkeiten hat Südafrika in den letzten Jahrzehnten eine erstaunliche wirtschaftliche Entwicklung genommen und dominiert – auch dank seiner gut ausgebauten Infrastruktur (Kommunikation, Transport, Energie) – nicht nur den kompletten südlichen Teil des Kontinents, sondern ist mit einem Bruttosozialprodukt von etwa 115 Mrd. Euro Spitze in Afrika.
Die weltweite Wirtschaftskrise 2009 wirkte sich auch spürbar auf Südafrika aus. Innerhalb kurzer Zeit waren fast alle traditionellen Sektoren davon betroffen – nur der Bausektor (wegen der WM-Infrastruktur-Projekte), das Finanzwesen und der Immobilienhandel verbuchten ein leichtes Wachstum. Deshalb war 2009 für das Land insgesamt ein sehr schweres Jahr: das BIP-Wachstum lag im negativen Bereich, die Steuereinnahmen fielen dramatisch, wodurch das Haushaltsdefizit stieg, und die Arbeitslosigkeit nahm zu. Alles in allem verlor die Volkswirtschaft 2009 fast eine Million Arbeitsplätze, die Arbeitslosenquote lag offiziell bei 24,3 Prozent – inoffiziell bei über 35 Prozent.