Vor oder hinter der Linie? Immer wieder Wembley…
WM-Finale 1966: Gastgeber England trifft auf dem "heiligen" Rasen von Wembley auf die deutsche Auswahl. Die schnelle Führung der Deutschen durch Helmut Haller (13.) gleicht Geoff Hurst fünf Minuten später aus, in der 77. Minuten gehen die Engländer durch Martin Peters sogar in Führung. Doch Abwehrspieler Wolfgang Weber schlägt zurück und macht in der Nachspielzeit doch noch den Ausgleich – Verlängerung! Weiter geht es auf und ab, bis in der 101. Minute der Brite Geoff Hurst Maß nimmt und den Ball vorbei an Torwart Hans Tilkowski an die Unterkante der Latte knallt.
Von dort springt er auf den Boden – der englische Stürmer Roger Hunt reißt die Arme in die Luft, Wolfgang Weber klärt per Kopf und winkt ab. Es folgen Bange Sekunden – drin oder nicht drin – niemand hat es wirklich gesehen, auch die Fernsehkameras können die Situation nicht aufklären. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst zögerte zunächst, entschied aber nach kurzer Rücksprache mit seinem Linienrichter Tofik Bachramow aus der UdSSR auf Tor! Während die Engländer jubelten und das Stadion bebte, protestierten die wütenden Deutschen – mit dem 4:2 in der Schlussminute war ihre Niederlage jedoch endgültig besiegelt.
Die Diskussionen um dieses Tor dauern bis in die Gegenwart an und haben den Begriff „Wembley-Tor“ im deutschen Sprachraum berühmt gemacht. Dabei war lange unklar, ob der Ball hinter der Torlinie war oder nicht. Nach verschiedenen Studien gehen die meisten Experten heute jedoch davon aus, dass der Ball die Linie nicht mit vollem Umfang überschritten hat. Auch bei dem Torschützen Hurst kamen 35 Jahre nach dem Finale Zweifel auf. Es sieht aus, „als ob der Ball die Linie nicht überschritten hat“, schreibt er in seinem Buch „1966 and All That“. Übrigens: In England hat dieser Treffer für weit weniger Aufsehen gesorgt und wird dort schlichtweg als „drittes Tor“ bezeichnet
Die erste Fußball-Weltmeisterschaft, bei der weltweit eine Vielzahl von Begegnungen vom Fernsehen gezeigt wurde, war die WM 1958 in Schweden. Schon damals hatten jedoch nicht die TV-Anstalten, sondern der Weltfußballverband die Hoheit über die Übertragung – die FIFA legte fest, was, wann und wo gezeigt werden durfte.
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1966, knapp vier Monate vor Beginn der WM in England, herrschte beim Gastgeber und dem Rest der Fußball-Welt die pure Verzweiflung – der FIFA-WM-Pokal war verschwunden! Bei einer Briefmarkenausstellung in der „Westminster Central Hall“ wurde der „Coupe Jules Rimet“ gestohlen, was nicht nur Scotland Yard auf den Plan rief, sondern auch den heimischen Fußballverband (FA) zum Gespött der Leute machte.
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Dieses Bild ging um die Welt: Scheich Fahid Al-Ahmad stürmte beim Spiel der Weltmeisterschaft 1982 zwischen Kuwait und Frankreich wütend und mit wehendem Gewand auf das Spielfeld um gegen die Wertung eines Tores der Franzosen zu protestieren. Seine Aufsehen erregende Einlage hatte Erfolg: der Schiedsrichter annullierte tatsächlich den Treffer!
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Während der Großteil der Nationalmannschaften heute unkompliziert und bequem mit Charter-Flugzeugen zur WM-Endrunde reist, hatten die europäischen Teilnehmer an der ersten Weltmeisterschaft 1930 eine abenteuerliche zweiwöchige Schiffsreise zurückzulegen.
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Es war der 30. Juli 1930. In Montevideo standen sich im ersten WM-Finale Gastgeber Uruguay und Argentinien im – mit rund 100.000 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllten – „Estadio Centenario“ gegenüber. Die Stimmung war aufgeheizt, die heißblütigen Fans verfeindet.
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Neben dem „Wembley-Tor“ und dem Treffer von Helmut Rahn im 1954er Finale ist es das wohl bekannteste Tor der deutschen Fußball-Geschichte: das so genannte „Sparwasser-Tor“. Es geschah am Samstag, dem 22. Juni 1974, im Volksparkstadion in Hamburg.
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Am 2. Juli 1994, kurz nach der Heimkehr der kolumbianischen Mannschaft von der WM in den USA, wurde der Nationalspieler Andrés Escobar Saldarriaga in Medellin erschossen. Auf einem Parkplatz vor der Bar „El Indio“ richtete ein gewisser Humberto Muñoz Castro den 27-Jährigen mit zwölf Schüssen hin.
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Europas Fußballer des Jahres 1963, Sportler des Jahrhunderts, Torhüter des Jahrhunderts – Lew Jaschin wurden viele Ehrungen zuteil, viele nach seinem Tod am 20. März 1990. Der legendäre Torwart der sowjetischen Auswahl kam am 22. Oktober 1929 in der Nähe von Moskau zur Welt und gelangte nur durch Zufall zum Fußball.
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Eine solche Galavorstellung, wie sie Paolo Rossi bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien ablieferte, hatte wirklich niemand erwartet, denn noch Monate zuvor war der Stürmer aus Perugia am Boden zerstört und die WM-Teilnahme in weiter Ferne.
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Es war die erste WM des noch unerfahrenen Teamchefs Franz Beckenbauer und gleich bei seiner Premiere sollte es im deutschen Lager so richtig krachen. Es passierte bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko und es war Ersatztorhüter Uli Stein vom HSV, der den Stein des Anstoßes gab.
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Als Manoel Francisco dos Santos in dem kleinen brasilianischen Dorf Pau Grande 1933 zur Welt kam, waren seine Beine deformiert und er galt als behindert. Erst nach einer gefährlichen Operation konnte er überhaupt stehen – das linke O-Bein blieb dennoch sechs Zentimeter kürzer als das rechte X-Bein.
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WM-Finale 1966: Gastgeber England trifft auf dem "heiligen" Rasen von Wembley auf die deutsche Auswahl. Die schnelle Führung der Deutschen durch Helmut Haller (13.) gleicht Geoff Hurst fünf Minuten später aus, in der 77. Minuten gehen die Engländer durch Martin Peters sogar in Führung.
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Am 22. Juni 1986 fand im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt ein WM-Viertelfinale statt, das in die Geschichte eingehen sollte. Die kompakten Engländer trafen vor 114.580 Zuschauern auf das spielstarke Argentinien, das als Favorit in die Partie ging. Nachdem Hälfte eins torlos geblieben war, fasste sich Diego Maradona in der 51. Minute ein Herz.
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Selten war eine Weltmeisterschaft so umstritten wie die 1978 in Argentinien. Das Land war seit März 1976 von einer Militärdiktatur unter Jorge Rafael Videla beherrscht worden, die sich die physische Vernichtung aller, die ihr in die Quere kamen, zum Ziel gemacht hatte.
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